AI Bremen macht in der Regel jeden 2. und 4. Samstag im Monat eine Mahnwache zu aktuellen Fällen von Menschenrechtsverletzungen am Ulrichsplatz/Ostertorsteinweg 29, von 11-13 Uhr.
Die nächste Mahnwache am 23.5. hat folgende Fälle:
1.Russland: Inhaftierter Aktivist gefoltert
Azat Miftakhov ist seit 2019 inhaftiert. Die Vorwürfe gegen ihn werden als politisch motiviert betrachtet. Im April 2026 wurde er in eine Strafkolonie verlegt und dort offenbar gefoltert. Unter anderem wurde er geschlagen, durch Elektroschocks gefoltert und mit Vergewaltigung bedroht. Diese Foltervorwürfe müssen unabhängig und wirksam untersucht und die mutmaßlich Verantwortlichen in fairen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden.
2.China: Zhang Zhan in Lebensgefahr
Die Gesundheit der Journalistin Zhang Zhan hat sich seit ihrer Verurteilung zu weiteren vier Jahren Haft im September 2025 extrem verschlechtert. Sie leidet an einer schweren Magenerkrankung, hat erheblich an Gewicht verloren und ist inzwischen sehr schwach. Sie soll sich seit Januar 2025 aus Protest gegen ihre willkürliche Inhaftierung immer wieder im Hungerstreik befinden. Ihr Zustand ist lebensbedrohlich. Es muss sofort gehandelt werden. Da sich die chinesischen Behörden weigern, ihr Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl zu gewähren, kann ihre Lage nicht dokumentiert werden, und Rechtsmittel gegen ihre Verurteilung können auch nicht eingelegt werden. Zhang Zhan muss umgehend freigelassen werden und bis zu ihrer Freilassung muss sie jede notwendige medizinische Versorgung im Einklang mit der medizinischen Ethik erhalten.
3.Nigeria: Gesundheitsnotstand im Nigerdelta
In der Fischereigemeinde Bille im Nigerdelta herrscht weiterhin ein akuter Gesundheitsnotstand. Seit Oktober 2025 dringt dort Methangas aus Flüssen, Sümpfen und nun auch zahlreichen Trinkwasserbrunnen aus. Schulkinder mussten aus Sicherheitsgründen in einen anderen Ort umziehen. Am 7. April 2026 kamen Vertreter*innen der Aufsichtsbehörde für Öl und Gas (NUPRC) nach Bille, um eine Untersuchung der Lecks einzuleiten. Sie wiesen die in der Nähe tätigen Ölgesellschaften an, eine Lösung zu finden. Seither wurde jedoch nur wenig getan, um die Lecks zu ermitteln und zu schließen. Die Untersuchungen müssen daher beschleunigt und ihre Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Ölkonzerne müssen die Gaslecks stoppen.