AI-Mahnwachen zu aktuellen Menschenrechtsverletzungen – März/April 2026

AI Bremen macht in der Regel jeden 2. und 4. Samstag im Monat eine Mahnwache zu aktuellen Fällen von Menschenrechtsverletzungen, meistens auch am Ulrichsplatz/Ostertorsteinweg 29, von 11-13 Uhr.

Die nächste Mahnwache am 25.4. hat folgende Fälle:

Kolumbien: indigenes Land und Leute schützen!Eine Gruppe von Menschen hält ihre ineinander verschränkten Hände gemeinsam nach oben gerichtet. An den Handgelenken einiger Personen sind auffällige, bunt gewebte Armbänder mit geometrischen Mustern zu erkennen.

Am 14. März zerstörten Unbekannte eine große Informationstafel, die von der indigenen Gemeinde Aseinpome auf ihrem Land aufgestellt worden war. Dieses Territorium wurde ihnen von der Nationalen Landbehörde 2023 formell zugesprochen und von Präsident Gustavo Petro am 6. Oktober 2023 öffentlich übergeben. Später am 14. März schüchterten Männer mit Gewehren die Menschen in einer der Siedlungen der Gemeinde ein. Die Informationstafel wies das indigene Land aus. Ihre Zerstörung und die Einschüchterungen stellen eine Bedrohung für das Leben und die territorialen Rechte des indigenen Volkes dar. Ihre Rechte werden seit langem von Personen in Frage gestellt, die dieses und weiteres Land in Puerto Gaitán besitzen wollen. Amnesty International fordert die Nationale Landbehörde auf, das Gebiet aufzusuchen und die territorialen Rechte von Aseinpome zu gewährleisten. Online Petition

Russland: indigene Aktivistin in Haft

Daria Egereva sitz an einem Tisch mit einem Mikrofon vor sich und spricht.Daria Egereva ist eine Repräsentantin der Selkup*innen – einer der kleinen indigenen Gruppen Westsibiriens. Sie ist außerdem eine der Vorsitzenden des Internationalen Forums indigener Völker zum Klimawandel und genießt große Anerkennung für ihre führende Rolle bei der weltweiten Förderung der Rechte indigener Gemeinschaften. Daria Egereva wurde im Dezember 2025 festgenommen. Zur selben Zeit wurden die Wohnungen von mindestens 17 weiteren indigenen Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen durchsucht. Dies deutet auf ein breiteres repressives Vorgehen gegen die indigene Zivilgesellschaft hin. Online-Petition

 

Bundeskanzler Merz: EU-Israel-Abkommen endlich aussetzen!

Friedrich Merz und Benjamin Netanjahu schütteln sich die Hände. Hinter ihnen stehen die Fahnen Deutschlands, der EU und Israels.

Zwischen der Europäischen Union und Israel gibt es einen Vertrag, durch den unter anderem der Handel erleichtert werden soll – das EU-Israel-Assoziierungsabkommen. Damit gewährt die EU israelischen Firmen Privilegien wie niedrige Zölle und andere Handelserleichterungen. Gleichzeitig hat Israel sich damit auch zur Achtung der Menschenrechte und des Völkerrechts verpflichtet. Tut Israel das nicht, kann die EU das Abkommen aussetzen. Wenn sie ihren Rechtsgrundsätzen treu bleiben will, muss sie das sogar. Fakt ist, dass die israelische Regierung mehrfach massiv gegen das Abkommen verstoßen und eine rote Linie nach der anderen ungestraft überschritten hat: der andauernde Völkermord in Gaza, die Jahrzehnte währende illegale Besatzung und Besiedelung palästinensischen Landes und zuletzt die Einführung einer zutiefst diskriminierenden Todesstrafe nur für Palästinenser*innen.                              Das ist nicht „Achtung“, sondern bewusste und dauerhafte Missachtung der Menschenrechte. Viele EU-Staaten fordern daher ein Aussetzen des Abkommens, doch die deutsche Regierung blockiert das bisher. Damit muss endlich Schluss sein. Online-Petition

Unterdrückung der Rechte der Textilarbeiterinnen

Musterbrief an Präsident Sharif

 

 

Die Mahnwache am 28.3. hatte folgende Fälle:

Fälle: 1.Pakistan: Aktivist*innen sofort freilassen!Porträts verschiedener Frauen und Männer als Collage

Den fünf belutschischen Aktivist*innen Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah und Gulzadi Baloch ist wiederholt die Freilassung gegen Kaution verweigert worden. Sie müssen sich wegen konstruierter Anschuldigungen in einem Verfahren verantworten, ohne dass die Medien oder unabhängige Beobachter*innen Zugang zu der Verhandlung haben. Nach einem Jahr willkürlicher Inhaftierung haben einige der Aktivist*innen ernste gesundheitliche Probleme. Trotzdem wird ihnen eine wirksame ärztliche Versorgung verweigert. Die pakistanischen Behörden müssen alle fünf Inhaftierten sofort freilassen, da sie nur wegen der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte inhaftiert sind.

Online-Petition

2. Ägypten: Hassen El Sayed wegen Filmrolle inhaftiert

Porträtfoto von Hassan El Sayed, der auf gepolsterten Bank an einem Tisch sitzt. Er hat einen langen Vollbart und trägt Brille und T-Shirt und lächelt in die Kamera.Der in Dänemark lebende Ägypter Hassan El Sayed wurde am 20. Dezember 2025 bei seiner Ankunft auf dem internationalen Flughafen Kairo festgenommen. Beamt*innen der Nationalen Sicherheitsbehörde befragten ihn zu seiner Rolle in dem Film The Eagles of the Republic, in dem er ganz kurz als Priester auftritt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und es wird wegen des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ gegen ihn ermittelt.

Online-Petition

3. Chile: Keine Begnadigung von Carabineros und Militärs!

Das Foto zeigt eine Gruppe von sechs Polizisten mit Helmen und Schutzschildern. Vor ihnen steht ein weiterer Polizist mit Helm, der mit einem Gewehr anlegt und zielt.Präsident José Antonio Kast stellte am 12. März die Begnadigung ehemaliger Carabineros und Militärs in Aussicht, die für Verbrechen im Zusammenhang mit landesweiten Massenprotesten 2019 verurteilt worden waren. Dies würde die Straflosigkeit in Chile weiter verfestigen und die Rechenschaftspflicht untergraben.

Online-Petition

26. April 2026