Aktion zum Internationalen Frauentag: Ausgebeutet und im Stich gelassen – Textilarbeiterinnen in Bangladesch und Pakistan

Anlässlich des Internationalen Frauentags (8.3.) macht Amnesty Bremen eine Mahnwache am Sa., 7.3. von 11-13 Uhr auf dem Ulrichsplkatz/Ostertorsteinweg

Unser Thema in diesem Jahr: Unterdrückung der Rechte von Textilarbeiterinnen in Bangladesch und Pakistan

Eine Reihe von Frauen an Nähmaschinen, an ihrer Seite rote Stoffe.Textilarbeiter*innen in einer Fabrik in Dhamrai, einem Unterbezirk der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka (29. Dezember 2024).

Die Bekleidungsindustrie ist ein globaler Wirtschaftsriese mit einem Umsatz von rund einer Billion US-Dollar im Jahr. Weltweit arbeiten fast 100 Millionen Menschen in dieser Branche – die große Mehrheit von ihnen sind Frauen. In Südasien auch.
Das bedeutet, dass wir, wenn wir über den Schutz der Menschenrechte in der Bekleidungsindustrie sprechen, auch speziell die Rechte von Frauen berücksichtigen müssen.

Viele dieser Arbeiterinnen müssen von Hungerlöhnen leben und unter prekären, gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten. In Ländern wie Bangladesch und Pakistan basiert die Lieferkette großer Modemarken auf der strukturellen Ausbeutung einer überwiegend weiblichen Belegschaft. Das bestehende Wirtschaftsmodell nutzt billige, austauschbare  Arbeitskräfte aus Ländern des Globalen Südens aus, um die Profite von Modemarken und Einzelhandel im Globalen Norden zu maximieren. Armut, unsichere Beschäftigung und gefährliche Arbeitsbedingungen sind ein fester Bestandteil dieses Systems. Durch die massive Einschränkung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wird verhindert, dass Arbeiterinnen ihre Rechte kollektiv erkämpfen und verteidigen und für bessere Arbeitsbedingungen eintreten können.

Geschlechterdiskriminierung ist weit verbreitet. Frauen verdienen für vergleichbare Arbeit viel weniger als Männer. Außerdem sind sie am Arbeitsplatz geschlechtsspezifischer Gewalt und Belästigung ausgesetzt. Die Stärkung der Arbeitnehmerinnen ist für die Bekämpfung der Geschlechterdiskriminierung von entscheidender Bedeutung.

Die Kampagne startet am 8. März 2026, dem Frauentag. Mehrere Aktionen zu Textilarbeiter*innen in Bangladesch und Pakistan, zu den Themen Unternehmensverantwortung und Gewerkschaftsrechte werden im Laufe des Jahres folgen.

Unser Ziel ist es, das Leid der Textilarbeiter*innen in Bangladesch und Pakistan sichtbar zu machen, zum Nachdenken über unser Konsumverhalten anzuregen, eine Verbesserung der einschlägigen Gesetze für Gewerkschaftsrechte und Arbeitssicherheit sowie gegen Diskriminierung zu erreichen. Die Notwendigkeit systemischer Veränderungen in der Textilindustrie und in den Lieferketten muss anerkannt werden.

PETITION 2026 AN DIE ZUSTÄNDIGEN MINISTERIEN DER REGIERUNGEN VON
BANGLADESH, INDIEN, PAKISTAN UND SRI LANKA

Musterbrief Pakistan: englisch und deutsch

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27. Februar 2026