Sa, 14. August: Mahnwache für verfolgte Menschenrechtsaktivisten

12-13 Uhr Ulrichsplatz/Ostertorsteinweg 26

Fall 1: Anklagen gegen die El Hiblu 3 fallen lassen!

Die drei Jugendlichen brachten sich und andere in Sicherheit – dafür drohen ihnen jetzt lebenslange Haftstrafen. Drei Jugendliche von hinten. Sie stehen nebeneinander und halten sich an den Armen fest. In schwarzer Schrift steht daneben auf gelben Balken "Gerechtigkeit für die 'El Hiblu 3'!". Auf einem gelben Kreis steht in schwarzer Schrift "60 Jahre Amnesty International" und das Logo von Amnesty, eine Kerze, die von Stacheldreht umgeben ist, ist zu sehen. Drei Jugendliche und etwa 100 andere Menschen wurden von der Besatzung des Öltankers „El Hiblu“ aus einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer gerettet. Doch die Besatzung versuchte die Geretteten – menschenrechtswidrig – nach Libyen zurückzubringen, wo sie erneut Haft und Folter ausgesetzt wären.

Die drei Jugendlichen dolmetschten und vermittelten. Schließlich änderte die Schiffsbesatzung den Kurs Richtung Europa. Aber auf dem Meer vor Malta stürmten die maltesischen Behörden das Schiff und behaupteten, die drei Jugendlichen hätten es mit Gewalt unter ihre Kontrolle gebracht. Ihnen drohen jetzt lebenslängliche Haftstrafen.

Dabei wollten die drei Jugendlichen nur in Sicherheit gelangen und die übrigen Geretteten schützen.

Bereits seit mehr als zwei Jahren warten die jungen Menschen auf ihr Urteil. Die Ungewissheit ist extrem belastend. „Ich bin entmutigt und verzweifelt, denn dieses Gerichtsverfahren zieht sich hin. Es wirkt, als würden die Behörden sich weigern, die Wahrheit zu sehen“, sagte einer der Jugendlichen gegenüber Amnesty.

Beteilige dich jetzt an der Online-Aktion an den maltesischen Generalstaatsanwalt. Die Anklagen müssen fallengelassen und das Verfahren einstellt werden.

Fall 2: Jani Silva: Morddrohungen, weil sie das Amazonasgebiet verteidigt

Die kolumbianische Kleinbäuerin setzt sich für Umwelt und Frieden ein, dafür wird sie von unterschiedlichen Personen bedroht. Porträtfoto von Jani Silva vor hellgrünen Pflanzen und grafische Elemente: in schwarzer Schrift auf gelbem Balken "Schutz für Jani!" und ein runder gelber Kreis mit Amnesty Kerze und der Aufschrift "60 Jahre Amnesty International"„Weil ich mein Land verteidige, hält man mir eine Waffe an den Kopf.“ Die kolumbianische Umweltaktivistin Jani Silva riskiert für den Schutz ihrer Heimat ihr Leben. Gold, Öl und Coltan lagern im Amazonas-Gebiet, das eines der artenreichsten Kolumbiens ist. Bewaffnete Gruppen, Drogenkartelle, das Militär und Ölunternehmen haben es auf die dort gelegene Region Putumayo abgesehen.

Jani Silva hat sich mit ihrem Kampf für dieses Ökosystem mächtige Feinde gemacht. Immer wieder drohen Unbekannte, sie umzubringen. Jani Silva weist auf soziale und ökologische Folgen der Erdölförderung hin. Sie unterstützt Initiativen zur Wiederaufforstung. Und sie kämpft für die Rechte von Kleinbäuer_innen, die vertrieben werden sollen.

Alle bisher ergriffenen staatlichen Schutzmaßnahmen können Janis Sicherheit nicht nachhaltig gewährleisten. Ihre gesamte Gemeinde muss unter kollektiven Schutz gestellt werden, damit sie und die anderen Bewohner_innen in Sicherheit sind. Beteilige dich jetzt an der Online-Aktion an das kolumbianische Innenministerium!

Unterschreiben Sie diese Online Petition und helfen Sie Jana Silva.

Fall 3: Freiheit für Nasrin Sotoudeh!

Die Anwältin setzt sich für Menschenrechte ein und wird dafür gefangen gehalten.  Eine Frau mit Brille einem Schal um den Kopf vor einem grauen und grünen Hintergrund. In schwarzer Schrift steht auf gelben Balken "Freiheit für Nasrin!". Auf einem gelben Kreis ist in schwarzer Schrift "60 Jahre Amnesty International" zu lesen und die Amnesty-Kerze.

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh wurde in zwei ungerechten Gerichtsverfahren zu insgesamt 38 Jahren Gefängnis – von denen sie 17 Jahre verbüßen muss – und 148 Peitschenhieben verurteilt.

Die gegen sie erhobenen Anklagen basieren lediglich auf ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit wie zum Beispiel ihrem Engagement für Frauenrechte und ihrer Kritik an der Todesstrafe. Als Anwältin im Iran setzt sich Nasrin Sotoudeh zum Beispiel für Frauen ein, die friedlich gegen die vom iranischen Staat vorgeschriebene Verschleierung protestieren. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe stehen zum Teil in Verbindung mit diesem Engagement.

Im Juni 2018 wurde die Anwältin im Iran festgenommen und sitzt seitdem – mit kurzen Unterbrechungen – im Gefängnis. Sowohl Ende 2020 als auch Anfang dieses Jahres wurde sie aus medizinischen Gründen für wenige Tage aus der Haft entlassen. Nasrin Sotoudeh war mehrmals aus Protest gegen die Haftbedingungen in einen Hungerstreik getreten, wodurch sich ihr Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert hatte. Zudem hatte sie sich nach Angaben ihres Ehemannes mit dem Corona-Virus infiziert – vermutlich im Gefängnis. Nasrin Sotoudeh erhielt 2020 den Alternativen Nobelpreis.

Fordere die umgehende und bedingungslose Freilassung von Nasrin Sotoudeh und beteilige dich an unserer Online-Aktion an die iranische Botschaft. Das Urteil gegen sie muss aufgehoben werden, da sie sich nur wegen ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit in Haft befindet!

Setzen Sie sich per Online-Petition für Nasrin Sotoudeh ein.

10. August 2021