Amnesty Briefmarathon: 26.11. – 23.12.2020

Jedes Jahr um den 10.12. (Internationaler Menschenrechtstag) herum fordert Amnesty International dazu auf, möglichst viele Briefe zugunsten von Opfern von Menschenrechtsverletzungen zu schreiben; das ist der „Briefmarathon“. Vom 26. November bis 23. Können Sie sich für 10 ausgewählte Menschen per Briefe und E-Mails einsetzen Machen Sie mit.

Sie können die diesjährigen Fälle hier einsehen und hier online unterstützen.

Ein kurzes Video sagt Ihnen, wie es geht.

Hier sind einige der 10 Fälle:

Porträtfoto von Nassima al-Sadah“ width=

Nassima al-Sada, Saudi-Arabien: Hinter Gittern, statt hinterm Steuer
Viele Jahre lang hat sich Nassima dafür eingesetzt, dass Frauen in Saudi-Arabien frei leben können. Sie ist eine von vielen bekannten Aktivistinnen, die gefordert haben, dass Frauen Auto fahren dürfen. Ihr mutiges Engagement hat dazu geführt, dass sie ihre eigene Freiheit verloren hat.
Nassima ist seit 2018 inhaftiert, isoliert und wurde misshandelt. Sie darf nur einmal pro Woche mit ihrer Familie telefonieren, keine Besuche empfangen. Doch ihre Familie gibt nicht auf und wir sollten das auch nicht tun.

 

El HDrei Männer stehen nebeneinander mit dem Rücken zu dem*der Fotograf*in auf einer Straße und schauen auf eine Stadt. Sie haben die Arme umeinander gelegt.iblu 3, Malta: benslänglich fürs Dolmetschen?

Der Öltanker „El Hiblu“ rettete 100 Geflüchtete aus Seenot. Diese drei Jugendlichen dolmetschten zwischen der Besatzung und den Geflüchteten. Dafür droht ihnen lebenslange Haft. Der Vorwurf lautet „Terrorismus“. Dabei gibt es so gut wie keine Beweise, die die Anklagen untermauern. Wir fordern, dass die absurden Anklagen gegen „El Hiblu 3“ fallengelassen werden.

 

Özgür Gür und Melike Balkan mit einer Regenbogenfahne auf einer Mauer vor ihnen

METU Pride Defenders, Türkei

Melike und Özgür sind Mitglieder der LGBTI-Solidaritätsgruppe an der Middle East Technical University (METU) in Ankara. Nachdem sie gegen den Willen der Universitätsleitung eine LGBTI-Kundgebung in Ankara organisiert hatten, wurden sie verhaftet.Obwohl sie nur ihr Recht auf friedlichen Protest wahrgenommen haben, stehen sie nun vor Gericht. Sollten sie schuldig gesprochen werden, drohen ihnen bis zu drei Jahre Haft. Wir fordern, dass die Anklage fallengelassen wird.

 

Porträt von Khaled Drareni

Khaled Drareni, Algerien: Haftstrafe für unabhängigen Journalismus

Weil er über friedliche Demonstrationen der oppositionellen Hiram-Bewegung in Algerien berichtet hatte, nahmen die Behörden den Journalisten Khaled Drareni viele Male fest. Seit März 2020 sitzt er wieder in Haft, nur weil er seine Arbeit gemacht hat.Khaled ist ein Journalist, der entschlossen ist, weiterhin über die Herausforderungen zu berichten, vor denen die Menschen in Algerien stehen. Wir sollten dabei unterstützen, dass er das wieder tun kann.

 

Porträtfoto von Paing Phyo Min

Paing Phyo Min, Myanmar: 6 Jahre Haft für satirischen Poetry-Slam

Thangyat ist eine Art Poetry Slam, bei dem Volksverse satirisch vorgetragen werden. Beim letzten Neujahrsfest hatte sich der Thangyat-Künstler Paing verkleidet und über die Armee lustig gemacht. Auf der Bühne sagte er, das Militär könne keine Kritik vertragen.Daraufhin wurde er zu sechs Jahre Haft verurteilt. Doch satirische Performance ist kein Verbrechen. Hilf mit, Paing Phyo Min zu befreien.

 

Porträt von Germain Rukuki, im Hintergrund sieht man das Meer

Germain Rukuki, Burundi: 32 Jahre Haft, weil er die Menschenrechte verteidigt

Ein Gericht hat Germain zu 32 Jahren Haft verurteilt, weil er in einer christlichen Anti-Folter-Organisation aktiv war. Er hat seinen jüngsten Sohn noch nie gesehen.Im April 2015 brach in Burundi eine politische Krise aus, als der damalige Präsident für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte. Das widersprach der geltenden Verfassung des Landes und es folgten landesweite Demonstrationen. Seitdem gehen die Behörden hart gegen die Zivilgesellschaft vor. Lasst uns den Präsidenten von Burundi daran erinnern, die Menschenrechte zu achten.

 

15. November 2020